Rezension: Merle-Saga von Kai Meyer

„Weil sie es dafür halten wollen. Vielleicht würden sich manche Märchen und Mythen als wahr herausstellen, wenn nur jemand den Mut aufbrächte, in einem Brunnen nach einer goldenen Kugel zu suchen oder die Dornenhecke vor einem Schloss zu zerschneiden.“

Kai Meyer – Die Fließende Königin

Ach, wie habe ich diese Reihe doch geliebt! Als dann im Frühjahr 2020 „Serafin“ veröffentlicht wurde, hab ich mich umso mehr gefreut. So weit, so gut, habe ich mir das Buch gewünscht und mir vorgenommen, die Reihe nochmal zu rereaden, bevor ich mich an Serafin wage. Ich stelle euch hier alle vier Bücher vor, falls ihr die Bücher noch lesen wollt, kommt ihr um Spoiler in diesem Beitrag leider nicht herum. Vielleicht schaut ihr einfach nochmal rein, sobald ihr die Reihe durch habt.

Die Fließende Königin

Den Auftakt bildet die Fließende Königin. Wir lernen Merle und Junipa kennen, die beide aus dem Waisenhaus zu Arcimboldo in die Zauberspiegelwerkstatt kommen, um dort in die Lehre zu gehen. Wie überall ist Magie präsent und nur die sagenumwobene Fließende Königin, die in den Gewässern Venedigs lebt, schützt Merles Heimat noch vor dem Ägyptischen Imperium, das die ganze Welt außer der Lagunenstadt und dem Zarenreich bereits unterworfen hat. Eines Nachts schleicht sich Merle mit dem Weberlehrling Serafin hinaus und sie werden Zeuge einer Verschwörung rund um die Fließende Königin. Nun beginnt für die junge Merle ein aufregendes Abenteuer voller Meerjungfrauen, steinerner Löwen und dem Ägyptischen Imperium in ihrem Nacken.
Das Buch liest sich sehr flüssig und die Charaktere mit sehr viel Liebe zum Detail geformt worden. Dass hier ein Meister der Phantastik am Werk war, merkt man an vielen Stellen, vor allem aber daran, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann.
Von mir aus gibt es daher ⭐ ⭐ ⭐⭐⭐ für das Buch!

Das Steinerne Licht

Merle und Vermithrax, der geflügelte Obsidianlöwe, machen sich gemeinsam auf in die Hölle, um Lord Licht um Hilfe gegen das Ägyptische Imperium zu bitten. Ohne den Schutz der Fließenden Königin, die Merle mittlerweile in sich trägt, wird Venedig sich nicht mehr lange gegen den Pharao und seine Schergen zur Wehr setzen können. Währenddessen wird Serafin, aus dessen Sicht wir auch lesen, von Lalapeja angeworben, um sich dem Widerstand gegen die Ägypter anzuschließen.
Auch in diesem Buch beweist Kai Meyer wieder ein absolutes Gespür für spannende, meisterlich geschriebene Szenen, spitze Bemerkungen seitens der Königin und Geheimnisse um die wahre Herkunft Merles, die ihre Eltern nie kennengelernt hat.
Ich weiß noch, dass ich in meiner Jugend das Buch gelesen und es gar nicht gemocht habe. Das lag aber vor allem an den Lilim und dem Thema Hölle, das mir damals gar nicht zugesagt hat. Ich hab es dann nochmal probiert und gar nicht gewusst, warum ich eigentlich eine ursprüngliche Abneigung gegen das Buch empfunden habe.
Da es zwischendrin dennoch Längen im Buch gab, bekommt der zweite Teil von mir nur
⭐ ⭐ ⭐⭐.

Das Gläserne Wort

Merle und ihre Gefährten entkommen aus der Hölle, während über Ägypten ein ewiger Winter herienbricht. Auch Serafin und seine Mitreisenden erreichen endlich das Land der Pharaonen, um sich gegen das Imperium zur Wehr zu setzen. Alles, woraufhin die Horuspriester hingearbeitet haben, war das Wiedererwecken des Urvaters der Sphinxe, der nun auch den Rest der Welt unterwerfen soll. Nur ein einziges Wesen ist in der Lage, ihn zu bezwingen und den drohenden Sieg der Ägypter zu verhindern. Werden sie es gemeinsam schaffen und was ist dieses sagenumwobene Gläserne Wort, das Junipa nutzen kann, um zwischen den Welten zu wandeln?
Was für ein Abschluss! Ich habe dieses Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen und konnte es kaum weglegen. Der Schreibstil des Autoren zieht sich auch hier wieder grandios durch, verzaubert beinah wie die Optik von Lalapeja und hält einen in seinem Bann. Danke, Kai Meyer, dass du uns diese wunderbare Geschichte um Merle und ihre Freunde geschenkt hast.
Wenn ich könnte, würde ich mehr geben, aber da das Limit 5 ist, wird es dabei bleiben:
⭐ ⭐⭐ ⭐⭐.

Serafin

Viele Jahre nach dem Abschluss der Merle-Saga kehrt Kai Meyer nochmal nach Venedig zurück. In diesem Venedig lebt Serafin mit seiner geflügelten Katze Cagliostra und findet zwei bewusstlose Mädchen in einer Neumondnacht. Wie immer in diesen Nächten geht das Wasser zurück und bietet Raum für Schlammsammler, die sich nach Schätzen umsehen. Sie werden verfolgt, denn eines der Mädchen hat geheimnisvolle Spiegelaugen, die auch Serafin verzaubern.
Puh … So sehr ich die vorigen drei Bücher geliebt habe, so viel Abneigung habe ich gegen dieses hier empfunden. Der Schreibstil war auch dieses Mal wieder überzeugend, die Geschichte packend und die neu vorgestellten Charaktere meisterlich ausgearbeitet, aber einige der Handlungsstränge, wie z.B., dass sich Junipa und Serafin zueinander hingezogen fühlen, fand ich einfach dermaßen unpassend, dass ich mehr als einmal überlegt habe, das Buch abzubrechen. Deshalb gibt es in dem Fall von mir nur ⭐ ⭐ ⭐.

Wenn ihr die Reihe gelesen habt: Wie habt ihr sie denn gefunden? Konnte sie euch überzeugen? Wie viele Sterne hättet ihr jedem einzelnen Buch gegeben und warum?

Magische Grüße
Catherine

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